Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2016

Liebe Leserinnen und Leser,

im vergangenen Jahr hatten wir in der Öffentlichkeit immer noch einen schweren Stand. Gerade die vielen Rechtsstreitigkeiten, die uns bereits Milliarden gekostet haben, haben Investoren, Mitarbeiter und Kunden verunsichert.

Kann ein Unternehmen in dieser Situation noch glaubwürdig über seine unternehmerische Verantwortung berichten? Ja, davon bin ich fest überzeugt, gerade jetzt kommt es darauf an. Wir müssen und wollen zeigen, dass wir die richtigen Schlüsse aus den Fehlern der Vergangenheit ziehen.

Seit meinem Start als Vorstandsvorsitzender im Sommer 2015 haben wir vieles angestoßen, um unsere Probleme anzugehen. Wir haben unsere Strukturen vereinfacht, viele Führungspositionen neu besetzt und etliche unserer wichtigsten Rechtsstreitigkeiten beigelegt. Auch in der Kommunikation mit unseren zahlreichen Interessengruppen – von unseren Kunden, Eigentümern und Mitarbeitern bis hin zu den Aufsichtsbehörden – schlagen wir neue Wege ein, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Unser Weg hin zu einer besseren Bank, wie ich ihn auf der Hauptversammlung im vergangenen Jahr umschrieben habe, ist für uns unverändert der richtige. Dazu gehört, sich der unternehmerischen Verantwortung bewusst zu sein und die eigenen Werte zu leben, von denen wir überzeugt sind. Das haben wir an mehreren Stellen deutlich gemacht. Als beispielsweise der US-Bundesstaat North Carolina im April 2016 den Schutz der Rechte lesbischer, schwuler, bi- und transsexueller Menschen (LGBT) in manchen Städten außer Kraft setzte, haben wir unsere Pläne zum Aufbau von neuen Arbeitsplätzen am Standort Cary ruhen lassen. Wir wollten damit klar machen: Wir bekennen uns fest zu den Werten Vielfalt, Toleranz und Gleichheit. Das ist für viele unserer Mitarbeiter auch einer der Gründe, warum sie gerne für die Deutsche Bank arbeiten.

Auf der vergangenen Hauptversammlung haben wir außerdem angekündigt, unser Geschäft in der Kohlefinanzierung nicht auszubauen, selbst wenn sich Marktchancen eröffnen. Doch wir wollen hier noch ambitionierter werden und unser Engagement weiter zurückfahren – bis 2020 um bis zu 20 %.

Zudem wollen wir transparent machen, wie wir mit ökologischen und sozialen Risiken unserer Geschäfte umgehen. Hierzu haben wir im Mai 2016 ein Rahmenwerk veröffentlicht, auf dessen Grundlage wir Kunden und Transaktionen beurteilen. Manche Geschäfte, die attraktiv erschienen, haben wir wegen der Umwelt-, Sozial- und Reputationsrisiken abgelehnt, andere nur unter bestimmten Auflagen genehmigt.

Wir sind uns im Vorstand der Deutschen Bank darüber im Klaren, dass verantwortliches Handeln nicht bei Einzelmaßnahmen, Projekten und Initiativen aufhört. Wir wollen die zehn Prinzipien des UN Global Compact als weltweit anerkannte Grundlage für verantwortungsvolles Handeln im gesamten Unternehmen leben.

Wir schaffen neue Funktionen und Strukturen, um nachhaltigen Themen mehr Gewicht zu geben. Wir haben eine neue Leiterin für den Bereich Nachhaltigkeit ernannt und stärken nun diese Funktion. Außerdem hat unser Geschäftsbereich Deutsche Asset Management im Dezember 2016 eine Chefstrategin für nachhaltige Kapitalanlage berufen. Als Treuhänder fremden Vermögens und als einer der Unterzeichner der UN-Prinzipien für verantwortliches Investieren (UNPRI) wollen wir sowohl finanzielle als auch nichtfinanzielle Kriterien bei Anlageentscheidungen berücksichtigen. Die neue Chefstrategin wird genau das sicherstellen.

Sehr geehrte Damen und Herren, auf unserem Weg zu einer besseren Bank machen wir vieles neu. Einiges lassen wir aber auch unverändert – weil es bereits gut und anerkannt ist. Mit unserem gesellschaftlichen Engagement gehören wir zu den führenden Unternehmen im Deutschen Aktienindex (DAX). Wir engagieren uns überall dort, wo wir auch arbeiten. So konnten wir 2016 mit unseren Projekten weltweit 4,9 Mio. Menschen erreichen. Darauf sind wir und darauf bin auch ich persönlich sehr stolz.

All das macht die bessere Deutsche Bank aus, die wir vor Augen haben. Ich bin überzeugt, dass wir unseren Kunden, Aktionären, Mitarbeitern und der Gesellschaft dann am besten dienen, wenn wir unverrückbare Tugenden und Werte pflegen: Fleiß, Ehrlichkeit, Vertrauen und Gründlichkeit. Es sind Tugenden, mit denen wir alle in der Deutschen Bank wieder in Verbindung gebracht werden wollen.

Ihr

John Cryan, Co-Vorsitzender des Vorstands (Unterschrift)John Cryan, Co-Vorsitzender des Vorstands (Unterschrift)

John Cryan
Vorsitzender des Vorstands
Deutsche Bank AG