Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2016

Management von Umwelt- und Sozialrisiken

  • Rahmenwerk für den Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken veröffentlicht
  • Position zur Kohlefinanzierung überarbeitet
  • Mitarbeiter in USA und Asien zu ES-Risiken geschult

Als globale Bank haben wir Geschäftsbeziehungen zu Kunden aus unterschiedlichsten Branchen. Dazu zählen auch Kunden, deren Geschäfte erhebliche ökologische und soziale Auswirkungen haben können. Wir müssen diese Auswirkungen erkennen und verstehen – unabhängig davon, ob sie mit einer bestimmten Branche, einem Kunden oder einer einzelnen Transaktion verbunden sind. Die Beurteilung der damit verbundenen Risiken ist wesentlich, um negative Folgen für die Umwelt und die Zivilgesellschaft zu vermeiden und unseren Verpflichtungen gerecht zu werden, die sich aus internationalen Standards ergeben. Würden wir diese Risiken vernachlässigen, könnten der Deutschen Bank zudem Reputations- und Finanzrisiken entstehen und Geschäftschancen entgehen. Deshalb bewerten wir Umwelt- und Sozialrisiken (ES-Risiken) systematisch. Sie sind fester Bestandteil unseres Risikomanagementprozesses.

Rahmenwerk für den Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken

Im Rahmen unseres ES-Risikorahmenwerks haben wir Sektoren1 definiert, die großes Potenzial für erhebliche ökologische und soziale Auswirkungen haben. Dazu zählen:

  • Monokulturen in Land- und Forstwirtschaft
  • Chemie
  • Infrastrukturprojekte in bestimmten Ländern
  • Metallverarbeitung und Bergbau
  • Öl und Gas (einschließlich Fracking und Exploration in der Arktis)
  • Energieversorger
  • andere Geschäfte, die große Kohlenstoffdioxid (CO2)-Emissionen verursachen und/oder Geschäfte, bei denen die Gefahr von Menschenrechtsverstößen besteht

Das ES-Risikorahmenwerk beschreibt den Umgang der Bank mit ES-Themen, die sich durch unsere Geschäftsbeziehungen mit Kunden und Transaktionen in den beschriebenen Sektoren ergeben. In dem Rahmenwerk legen wir Verantwortlichkeiten, Prozesse und Anforderungen zu Prüfungsprozessen fest und definieren Kriterien, wann unser Nachhaltigkeitsteam in Geschäftsentscheidungen einbezogen werden muss. Für diese Fälle haben wir außerdem spezielle Leitlinien für die jeweiligen Branchen verfasst. Die Leitlinien enthalten weitere Informationen zum Umfang der ES-Risikoprüfung und Grundsätze für gute Branchenpraxis. Das ES-Risikorahmenwerk haben wir 2016 auf unserer Website veröffentlicht, um auch hier transparent zu sein.

Wir überprüfen und bewerten unsere Risikomanagementprozesse regelmäßig. In diesem Zusammenhang haben wir im Jahr 2016 die Kriterien überarbeitet, wann Geschäfte von unserem Nachhaltigkeitsteam verpflichtend geprüft werden müssen – mit dem Ergebnis, dass wir die Prüfung auf Transaktionen in Branchen mit hohen ES-Auswirkungen fokussieren. Zudem haben wir weitere Mitarbeiter zu unserem Risikorahmenwerk geschult und dadurch mit den Problematiken vertrauter gemacht. Diese beiden Entwicklungen trugen dazu bei, dass die Anzahl der von unserem Nachhaltigkeitsteam im vergangenen Jahr geprüften Kundenbeziehungen und Transaktionen auf 727 zurückging (2015: 1.346).

Transaktionen und Kunden, die gemäß dem ES-Risikorahmenwerk bewertet werden
Transaktionen und Kunden, die gemäß dem ES-Risikorahmenwerk branchenbezogen bewertet werden

Ergänzend müssen Transaktionen in Sektoren mit hohen ES-Auswirkungen dann an ein RRRC weitergeleitet werden, wenn verpflichtende Eskalationskriterien zutreffen oder ein erhebliches Reputationsrisiko zu erwarten ist.

Anhand des Reputationsrisikorahmenwerks beurteilte Transaktionen

Anzahl der Transaktionen, für die eine endgültige Entscheidung herbeigeführt wurde

2016

2015 (Juni–Dezember)1

1

Gesamtjahresdaten von 2015 nicht vergleichbar, da sich das Reputationsrisikorahmenwerk geändert hat

2

Umwelt- und soziale Themen, bei denen das Reputationsrisiko als moderat oder höher eingestuft wird

Im Rahmen des Prozesses zur Bewertung von Reputationsrisiken im jeweiligen Geschäftsbereich

 

 

Gesamt

83

53

Davon wegen Umwelt- oder sozialer Themen2

4

4

Durch Weiterleitung an regionale Reputationsrisikokomitees

 

 

Gesamt

59

35

Davon wegen Umwelt- oder sozialer Themen2

2

6

Durch Weiterleitung an das Group Reputational Risk Committee oder höher

 

 

Gesamt

6

6

Davon wegen Umwelt- oder sozialer Themen2

1

0

Gesamt

148

94

Davon wegen Umwelt- oder sozialer Themen

7

10

Finanzierung von Kohle

Wir haben das Paris Pledge for Action unterzeichnet und befürworten damit das im Jahr 2015 im Umfeld der UN-Klimakonferenz in Paris vereinbarte bedeutende Weltklimaabkommen. Wir unterstreichen damit unsere Selbstverpflichtung, das Klima zu schützen und zu den im Abkommen festgelegten übergreifenden Zielen beizutragen, um den Temperaturanstieg global auf höchstens 2 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Infolgedessen haben wir unsere Richtlinie für die Finanzierung von Kohleabbau und Kohlekraft per Dezember 2016 geändert und unsere internen Leitlinien entsprechend angepasst. Diese Leitlinien sind Teil unseres ES-Risikorahmenwerks. Die Deutsche Bank und ihre Tochtergesellschaften gehen dementsprechend keine Finanzierungsverpflichtungen für neue Projekte zur Förderung von Kraftwerkskohle und den Neubau von Kohlekraftwerken ein. Darüber hinaus wollen wir unser bestehendes Kreditengagement im Bereich Kraftwerkskohle schrittweise abbauen.

1 Unser ES-Risikorahmenwerk deckte in der Vergangenheit auch die Sektoren Raumfahrt und Verteidigung ab. Wir überprüfen Kundenbeziehungen und Geschäfte in diesen Sektoren weiterhin sorgfältig. Die Verantwortung dafür trägt mittlerweile jedoch unsere Compliance-Abteilung.