Deutsche Bank

Unternehmerische Verantwortung
Bericht 2016

Glossar

Bestechung und Korruption

Bei Bestechung handelt es sich um das Anbieten, Versprechen, Gewähren oder Annehmen von Geschenken oder anderen Vorteilen zu bestimmten Zwecken. Dies kann sowohl den öffentlichen als auch den privaten Sektor betreffen. Die Deutsche Bank duldet weder Bestechung noch jedwede Form von Korruption. Die ABC-Richtlinie der Bank legt Mindestanforderungen an das Verhalten von Mitarbeitern und Dritten, die mit der Bank in Verbindung stehen, fest.

Britisches Gesetz zur Bekämpfung moderner Sklaverei (UK Modern Slavery Act)

Das britische Gesetz zur Bekämpfung moderner Sklaverei beschreibt Maßnahmen, mit denen Sklaverei, Knechtschaft, Zwangsarbeit und Menschenhandel abgeschafft und Opfer besser geschützt werden sollen.

Center for Sustainable Finance (Deutsche Asset Management, AM)

Das Center for Sustainable Finance hat das Ziel, die Deutsche AM als Vordenker und Förderer von nachhaltigem Finanzmanagement zu positionieren. Es veröffentlicht Research zu ESG-Themen und befasst sich schwerpunktmäßig mit ESG-bezogenen gesamtwirtschaftlichen Analysen, Strategieempfehlungen und Produktinnovationen.

Community Reinvestment Act (CRA)

Der CRA ist ein Bundesgesetz in den USA aus dem Jahr 1977. Es verpflichtet Banken, den Kreditbedürfnissen von Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten zu entsprechen, also auch von Menschen mit mittlerem oder geringem Einkommen.

COP21

Die UN-Klimakonferenz fand 2015 in Paris, Frankreich statt. Sie beinhaltete einerseits die 21. jährliche Sitzung der Conference of the Parties (Vertragsstaatenkonferenz, COP21) der 1992 gegründeten Klimarahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) sowie andererseits die 11. Sitzung des 1997 verabschiedeten Kyoto-Protokolls.

Corporate Citizenship (gesellschaftliches Engagement, CC)

CC ist ein Teil der unternehmerischen Verantwortung der Deutschen Bank. CC umfasst das bürgerschaftliche oder gesellschaftliche Engagement der Bank. Dazu zählen auch Spenden und Stiftungsinitiativen sowie die Förderung des freiwilligen gemeinnützigen Engagements von Mitarbeitern.

ESG

ESG ist die englische Abkürzung für „Environment, Social, Governance“, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Unter diesem Oberbegriff wird zusammengefasst, ob und wie bei Entscheidungen von Unternehmen sowie bei Firmenanalysen ökologische und sozial-gesellschaftliche Aspekte und die Art der Unternehmensführung berücksichtigt beziehungsweise bewertet werden.

ESG Engine

Die ESG Engine ist eine bankintern entwickelte Software. Unter Anwendung von Algorithmen beurteilt sie unternehmerische Handlungen in Bezug auf Compliance, die Verletzung anerkannter internationaler Normen und ökologische, gesellschaftliche und ethische Standards. Der automatisierte Filterprozess verarbeitet die Daten von führenden ESG-Ratingagenturen.

EU-Richtlinie zur Offenlegung nichtfinanzieller Informationen

Die EU-Richtlinie 2014/95/EU fordert die Offenlegung nichtfinanzieller Informationen, wie z. B. Informationen über Umweltaspekte, arbeitnehmerbezogene und soziale Gesichtspunkte, Menschenrechte sowie Korruptions- und Bestechungsaspekte, wobei die eigenen Geschäfte, die Wertschöpfungskette und die Geschäftsbeziehungen berücksichtigt werden.

Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP FI)

Die UNEP FI ist ein Zusammenschluss von Banken, Versicherungen und Investoren. Sie arbeitet eng mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen zusammen, um im Finanzsektor einen Paradigmenwechsel hin zu Nachhaltigkeit und nachhaltiger Entwicklung voranzutreiben.

Geldwäsche

Geldwäsche bezeichnet die Einschleusung von durch illegale und kriminelle Tätigkeiten, wie z. B. Korruption, Raub oder Waffenhandel, erwirtschaftetem Geld oder von illegal erworbenen Vermögenswerten in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf, wobei die wahre Herkunft verschleiert werden soll.

Global Impact Tracking (GIT)

Mit dem Deutsche Bank Global Impact Tracking (GIT) überprüfen wir jährlich die Wirkung unserer zentral oder regional gesteuerten sozialen Projekte. Die Auswertung der Ergebnisse belegt, dass unsere Projekte eine nachhaltige Wirkung bei den Beteiligten erzielen.

Global Reporting Initiative (GRI)

Die GRI hat unabhängige, weltweit anwendbare Standards für nachhaltige Berichterstattung entwickelt. Die Standards unterstützen Unternehmen, Regierungen und andere Institutionen dabei, ihren Einfluss hinsichtlich Themen wie Klimawandel, Menschenrechte und Anti-Korruption zu bewerten und zu kommunizieren.

Green Bonds (grüne Anleihen)

Green Bonds sind zweckgebundene Anleihen, die insbesondere für die Finanzierung von Unternehmensaktiva im Bereich Umwelt und Klimawandel eingesetzt werden und i. d. R. Anforderungen an die Wirkungsmessung umfassen.

Green Climate Fund

Der Green Climate Fund wurde auf der UN-Klimakonferenz 2010 im Rahmen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen von 194 Ländern unter dem Dach des Finanzierungsmechanismus der Konvention beschlossen und dient als das zentrale globale Investmentvehikel zur Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels.

Impact Investments

Bei Impact Investments handelt es sich um – direkt oder über Fonds durchgeführte – Investitionen in Unternehmen und Organisationen aus dem sozialen Sektor, mit deren Hilfe messbare positive Ergebnisse für Gesellschaft und Umwelt und gleichzeitig eine finanzielle Rendite erzielt werden sollen.

International Integrated Reporting Council (IIRC)

Der IIRC ist eine globale Koalition von Investoren, Regulatoren, Nichtregierungsorganisationen (NROs), Unternehmen, Standardsetzern und Rechnungslegern, die unternehmerisches Verhalten und Kapitalallokationen an weit gefasste Nachhaltigkeitsziele sowie finanzielle Stabilität anpassen möchte, indem sie integriertes Denken und integrierte Berichterstattung anstrebt.

ISO 14001

ISO 14001 ist eine Norm, die international anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem festlegt.

ISO 14064

Die Umweltmanagementnorm ISO 14064 definiert nach Maßgabe des THG-Protokolls die Regeln zur organisatorischen Abgrenzung der Bilanzierung von Treibhausgasemissionen.

ISO 27001

ISO 27001 ist ein international akkreditierter Standard, der die Anforderungen an ein System zum Informationssicherheitsmanagement innerhalb einer Organisation festlegt.

ISO 50001

ISO 50001 ist eine internationale Norm für ein Energiemanagementsystem in Unternehmen, das in Deutschland zur Erfüllung der Anforderungen des Energiedienstleistungsgesetzes als Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie verwendet werden kann.

Kampf gegen Finanzkriminalität (Anti-Financial Crime, AFC)

AFC umfasst den Schutz vor finanziellem Verlust und Reputationsschäden, die durch Finanzkriminalität entstehen können. Die Deutsche Bank bewertet, kontrolliert und minimiert AFC-Risiken, die in einem umfassenden Risikomanagement-Rahmenwerk zusammengefasst sind. Es deckt die Themen Geldwäsche (Anti-Money Laundering, AML), Sanktionen und Embargos sowie Betrug und den Kampf gegen Bestechung und Korruption ab.

Klimaneutralität

Als klimaneutral bezeichnet man Handlungen oder Prozesse, durch die keine Treibhausgas-Emissionen freigesetzt oder deren Emissionen durch Ankauf und Stilllegung von Ausgleichszertifikaten kompensiert werden.

Know Your Customer (KYC)

KYC beschreibt einen Prozess zur Identifizierung und Überprüfung von Kunden. Die KYC-Richtlinien der Deutschen Bank enthalten strenge Vorgaben, um die Bank vor Missbrauch für kriminelle Zwecke zu schützen.

Konzept der drei Verteidigungslinien (Three Lines of Defense, 3LoD)

3LoD beschreibt ein Modell zur Risikosteuerung und
-reduktion. Die erste Verteidigungslinie besteht aus den Mitarbeitern in den Geschäftsbereichen, die für die Kundenverbindungen verantwortlich sind. Die zweite Verteidigungslinie bilden Kontrollfunktionen, wie beispielsweise das Risikomanagement oder Compliance. Auditfunktionen üben die dritte Verteidigungslinie aus, um die Wirksamkeit von Kontrollsystemen zu gewährleisten.

Limited Assurance (begrenzte Zusicherung/Bestätigung)

Limited Assurance bezeichnet eine bestimmte Standards erfüllende Begrenzung des Prüfungsumfangs von Informationen und Daten durch einen externen Prüfer. Im Fall des vorliegenden Berichts „Unternehmerische Verantwortung 2016“ bezieht sich die Limited Assurance auf Prozess- und Plausibilitätsprüfungen der vom Auftraggeber ausgewählten Berichtsinhalte.

Mandatory Time Away (verpflichtender Mindesturlaub, MTA)

MTA ist ein Instrument zur Aufdeckung und Reduktion von Betrug. MTA hilft dabei, unerlaubte Handlungen von Mitarbeitern in vertraulichen Positionen, die zu großen finanziellen Verlusten sowie erheblichen Reputationsschäden führen können, festzustellen und zu vermeiden.

Mikrofinanzierung

Mikrofinanzierung umfasst die Bereitstellung von (Kleinst-)Krediten, Investments und eingeschränkten Hilfszuschüssen im Mikrofinanzsektor. Als Strategie zur Reduzierung der Armut und Entwicklung von Wirtschaftsstrukturen soll den von Armut betroffenen Bevölkerungsschichten in den Entwicklungsländern der Zugang zu Krediten für eine Selbstständigkeit ermöglicht werden.

OHSAS 18001

OHSAS 18001 ist ein internationaler Standard, der Unternehmen dabei unterstützt, ihr Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement zu verbessern und durch Best Practices die gesetzlichen Anforderungen einzuhalten.

Rahmenwerk für den Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken (ES-Risikorahmenwerk)

Das ES-Risikorahmenwerk beschreibt den Umgang der Deutschen Bank mit Risiken, die sich im Rahmen ihrer Geschäftsbeziehungen mit Kunden sowie Transaktionen in Sektoren mit großem Potenzial für erhebliche ökologische und soziale Auswirkungen ergeben können. Es legt Verantwortlichkeiten, Prozesse und Anforderungen an Prüfungsprozesse fest.

Red Flag-Prozess

Der Red Flag-Prozess verknüpft risikorelevante Verhaltensweisen von Mitarbeitern mit deren Leistungsbewertung. Mithilfe des Red Flag-Prozesses kontrolliert die Deutsche Bank die Einhaltung risikorelevanter Richtlinien und Prozesse und ahndet Verstöße mit einer Red Flag, die dem Risiko angemessen ist. Die Red Flags fließen in die Entscheidungen über Beurteilung, Vergütung und Beförderung von Mitarbeitern ein.

Reputationsrisiko-Rahmenwerk

Das Reputationsrisiko-Rahmenwerk der Deutschen Bank definiert einheitliche Standards zur Steuerung von Reputationsrisiken. Es umfasst die globalen Reputationsrisikoricht- und -leitlinien der Bank.

Sanktionen und Embargos

Nationale Behörden, Wirtschaftsräume wie die EU und multilaterale Institutionen wie die Vereinten Nationen können restriktive Maßnahmen, genannt Embargos/Sanktionen, gegenüber Ländern, Organisationen, Konzernen sowie Rechts- und Privatpersonen ergreifen, die gegen international anerkannte Verhaltensregeln und Normen verstoßen.

Socially Responsible Investment (SRI)

SRI umfasst nachhaltige, verantwortungsvolle Investitionen sowie Impact Investments. Dies beinhaltet alle Investitionsansätze, die nicht nur einen finanziellen Ertrag, sondern auch einen weiteren sozialen Einfluss bezwecken, indem sie ESG-Kriterien berücksichtigen.

Soft Commodities’ Compact (der Banking Environment Initiative und des Consumer Goods Forum)

Der Soft Commodities’ Compact ist eine Initiative führender Konsumgüterhersteller. Sie arbeitet mit dem Bankensektor zusammen, um die Wertschöpfungskette von Lebensmittelrohstoffen mit dem Ziel zu verändern, die Entwaldung der Erde bis 2020 zu stoppen.

Sustainability Accounting Standards Board (SASB)

SASB ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation in den USA. Sie wurde im Jahr 2011 gegründet und hat seither eine Reihe von Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung veröffentlicht.

Terrorismusfinanzierung

Terrorismusfinanzierung bezeichnet die Bereitstellung oder Sammlung finanzieller Mittel mit der Zielsetzung oder dem Wissen, dass diese Gelder ganz oder teilweise für terroristische Handlungen verwendet werden. Dabei ist es unerheblich, ob die Mittel einen legalen oder illegalen Ursprung haben.

Thun-Gruppe

Die Thun-Gruppe ist ein informeller Zusammenschluss von Vertretern des Finanzsektors zum Austausch über das Thema Menschenrechte und zur Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte.

Treibhausgasprotokoll, THG-Protokoll

Das THG-Protokoll legt als weltweiter Standard fest, wie THG-Emissionen gemessen, gesteuert und berichtet werden sollen. Diese Standards und THG-Instrumente werden von Unternehmen und Organisationen weltweit zur Messung von Emissionen genutzt, um als Organisation beziehungsweise Unternehmen effizienter, erfolgreicher und widerstandsfähiger zu werden.

UN Environment Programme (Umweltprogramm der Vereinten Nationen, UNEP)

UNEP hat eine führende Rolle im internationalen Umweltschutz inne. Das Programm entwickelt die internationale Umweltstrategie, koordiniert die Umweltaktivitäten der Vereinten Nationen und ist ein maßgeblicher Verfechter des internationalen Umweltschutzes.

UN Global Compact

Der UN Global Compact ist die weltweit größte Initiative für nachhaltige und verantwortungsvolle Unternehmensführung. Mithilfe der zehn Prinzipien werden Unternehmen dabei unterstützt, ihre Strategien und Aktivitäten an universellen Richtlinien bezüglich Menschen- und Arbeitsrechte, Umwelt sowie Anti-Korruption auszurichten und Maßnahmen zur Erreichung breiterer gesellschaftlicher Ziele zu ergreifen.

UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte

Die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sind ein globaler Standard zur Bekämpfung und Behebung von Menschenrechtsverletzungen in Zusammenhang mit Wirtschaftstätigkeit. Sie wurden im Juni 2011 vom UN-Menschenrechtsrat verabschiedet.

UN-Prinzipien für verantwortliches Investieren (UN Principles for Responsible Investment, UN PRI)

Die UN PRI sind eine unabhängige, von den Vereinten Nationen unterstützte Investoreninitiative. Sie fordert Investoren auf, ESG-Faktoren in ihre Investmententscheidungen mit einzubinden, und hat hierzu sechs Prinzipien formuliert.

UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs)

Die SDGs wurden im Jahr 2016 durch die Vereinten Nationen in Kraft gesetzt. Sie beinhalten 17 Ziele zu sozialen Themen wie Gleichheit, Bildung und Gesundheit sowie Zielsetzungen für das Wirtschaftswachstum und den Umweltschutz.

Verhaltens- und Ethikkodex der Deutschen Bank

Der Verhaltens- und Ethikkodex der Deutschen Bank beschreibt die Werte und Überzeugungen der Deutschen Bank. Alle Mitarbeiter sind verpflichtet, sich an Buchstaben und Geist dieses Kodex zu halten.

Wesentlichkeitsanalyse

Prozess zur Bestimmung von Faktoren, die die Fähigkeit eines Unternehmens direkt oder indirekt beeinflussen, ökonomische, ökologische oder gesellschaftliche Werte zu schaffen, zu bewahren oder möglicherweise zu gefährden.

Aus Gründen der Verständlichkeit und Kürze kann dieses Glossar keine umfassende Erläuterung der Begriffe liefern.