Deutsche Bank

Nichtfinanzieller Bericht 2017

Erfolge im Jahr 2017

Im Laufe des Jahres 2017 haben wir in allen Geschäftsbereichen deutliche Fortschritte in der Digitalisierung erzielt.

Unternehmens- und Investmentbank

In unserer Unternehmens- und Investmentbank haben wir in einem bisher beispiellosen Schritt mehr als 150.000 Zeilen des Programmcodes unserer preisgekrönten Autobahn-Plattform externen Entwicklern zugänglich gemacht. Dadurch können Handelsanwendungen unterschiedlicher Anbieter die Anwendung als gemeinsame Basis nutzen und mit den Autobahn-Funktionen reibungslos zusammenarbeiten.

Zusätzlich zur Veröffentlichung des Autobahn-Programmcodes haben wir weitere Verbesserungen an der Autobahn-Plattform selbst vorgenommen. Im August 2017 führten wir Autobahn Click to Confirm ein. Über diese neue Funktion können unsere Kunden Bestätigungen für Devisen-, Zins- und Kreditgeschäfte über ein sicheres Portal im Internet verwalten. Außerdem können unsere Kunden mit der Funktion Cashflow Confirmation Barzahlungen im Zusammenhang mit Derivategeschäften online abwickeln.

Im Kapitalmarktgeschäft (Global Markets) haben wir die IT-Plattform Symphony Communication Services für den Großteil der Mitarbeiter und die unterstützenden Infrastrukturfunktionen eingeführt. Symphony ist eine verschlüsselte, cloud-basierte Plattform der Zusammenarbeit, die eine mobile App und automatisierte Workflow Bots umfasst. Die Plattform verbessert die Produktivität und die Kommunikation zwischen den kundennahen Bereichen und den Technologie- und Operationsteams. Symphony gehört einem Konsortium von 20 Buy- und Sell-Side -Finanzinstituten. Wir zählen zu den Gründungsmitgliedern des 2014 gegründeten Unternehmens.

In der Unternehmens- und Investmentbank haben wir zudem mehrere Programme gestartet, um in verschiedenen Produktbereichen die robotergesteuerte Prozessautomatisierung (Robotic Process Automation, RPA) voranzutreiben. Damit wollen wir die Kosten senken, die Kundenbetreuung verbessern und die Kontrollen bei Kernprozessen stärken.

Wir haben zusammen mit anderen Banken mehrere Initiativen gestartet, um herauszufinden, wo wir die Technologie der dezentralen Transaktionsregister (Distributed Ledger Technology, DLT) einsetzen können. Als eine der ersten Banken haben wir uns an dem Projekt Utility Settlement Coin beteiligt. Durch diesen blockchain-basierten Ansatz für das Clearing und die Abwicklung von Finanztransaktionen zwischen Banken sollen Risiken gesenkt und die Ausführung beschleunigt werden.

Im November 2017 startete GTB ihren SWIFT-gpi-Service. Diese neue digitale Plattform bietet Firmenkunden eine Echtzeitverfolgung von Zahlungen und die taggleiche Nutzung der Gelder. Mit gpi adressieren wir die realen Bedürfnisse von Kunden weltweit. Erste Rückmeldungen haben gezeigt, dass viele Transaktionen zwischen Kontinenten von Anfang bis Ende schnell und vollständig nachvollziehbar abgewickelt werden können.

Darüber hinaus hat GTB 12,5 % des deutschen Handelsfinanzierungs-Start-ups TrustBills erworben. TrustBills ist eine Online-Auktionsplattform für den Kauf und Verkauf von nationalen und internationalen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Privat- und Firmenkundenbank

Unsere laufenden Investitionen in die Digitalisierung des Privat- und Firmenkundengeschäfts machen sich bezahlt. Von den 7 Millionen Kunden unserer Privat- und Firmenkundenbank schließen mehr als 4 Millionen ihre Bankgeschäfte digital ab. Im Januar führten wir in Deutschland die digitale Kontoeröffnung für deutsche Staatsangehörige mit deutschem Wohnsitz ein, wodurch unsere Kunden ein Online-Konto in nur sieben Minuten aktivieren können. Am 29. August 2017 hat die Deutsche Bank den sogenannten Mobile Moment erreicht. Das ist der Punkt, an dem sich mehr Kunden über ein mobiles Gerät auf ihr Online-Konto zugreifen als über einen PC.

Über unser Entwicklerportal steigern wir die Effizienz an den Märkten und ermöglichen Programmierern, ihre Ideen für neue digitale Dienstleistungen zu testen. Dieser partnerschaftliche Ansatz hilft sowohl externen Anbietern als auch uns, die Einführungszeit für neue Produkte und Dienstleistungen zum Vorteil unserer Kunden zu senken.

Seit Mai 2017 bieten wir den Kunden unserer Privat- und Firmenkundenbank den sogenannten ZinsMarkt an, einen digitalen Marktplatz für treuhänderisch verwaltete Festgeldanlagen. Auch Partnerbanken bieten bereits Festgeldanlagen über die Plattform an. ZinsMarkt wurde zusammen mit dem deutschen FinTech-Unternehmen Deposit Solutions konzipiert und entwickelt.

Außerdem investieren wir in die Digitalisierung unseres Filialnetzes. In den beiden vergangenen Jahren haben wir unsere Berater mit rund 10.000 iPads ausgestattet und mehrere Apps entwickelt, die sogenannte Dashboard Collection. Dadurch können wir bei Beratungsgesprächen dank modernster Technik digitale Unterschriften für Verträge und Anträge erfassen und unseren Papierverbrauch senken.

Ende 2017 hat die Privat- und Firmenkundenbank die erste auf künstlicher Intelligenz basierende Lösung eingeführt, die natürliche Sprachverarbeitung verwendet und mit IBM-Watson-Technologie gebaut wurde. Sie ermöglicht dem für die Unterstützung des Vertriebs verantwortlichen Team, Kundenanfragen effektiver und schneller zu beantworten und sich darauf zu konzentrieren, Mehrwert für die Kunden zu schaffen.

Unsere Einheit WM hat im August 2017 in Asien Deutsche Bank Wealth Online eingeführt. Darüber können Kunden Informationen zu ihrem Portfolio und anlagebezogene Veröffentlichungen abrufen sowie mit ihrem Berater kommunizieren und Transaktionen abschließen. Ende 2017 führte unser WM die App DB NextGen für potenzielle Vermögenskunden der nächsten Generation ein.

Des Weiteren sind wir eine der führenden Banken im Projekt we.trade, einer auf dezentrale Transaktionsregistertechnologie basierenden Plattform für Handelsfinanzierungen. Diese erlaubt es kleinen und mittleren Unternehmen mithilfe von Blockchain, inländische und internationale Handelsgeschäfte zu steuern, nachzuverfolgen und abzusichern. we.trade ist ein Gemeinschaftsunternehmen von neun Banken in zehn Ländern – wir gehören zu den Anteilseignern.

Der Erfolg unserer digitalen Lösungen in der Privat- und Firmenkundenbank belegt, wie wertvoll unsere Digitalfabrik ist, die wir im Jahr 2016 gründeten. In diesem Entwicklungszentrum arbeiten Mitarbeiter aus den Geschäftsbereichen, der IT-Abteilung und dem Compliance-Bereich zusammen. Sie haben zahlreiche Verbesserungen unserer Deutsche Bank Mobile-App sehr schnell eingeführt – essenziell für die schnelle Welt, in der wir leben.

Im Jahr 2017 hat auch die Postbank einen Fokus auf die Digitalisierung ihrer Kerngeschäftsprozesse für ihre 13 Millionen Kunden gelegt. Sie hat dadurch beispielsweise bei Konsumentenfinanzierungen ihre Strategie „digital & persönlich“ gestärkt und die digitale Effizienz erhöht. Außerdem hat die Postbank ihren Vertrieb durch zahlreiche Maßnahmen gestärkt– wie zum Beispiel die Identifizierung per Video, die digitale Signatur und ein neues digitales Angebot für die Anlageberatung.

Bei der von uns mitbegründeten VERIMI-Initiative arbeiten führende deutsche Unternehmen aus verschiedenen Branchen zusammen. Mit diesem „Generalschlüssel“ können Kunden mit nur einer Anmeldung auf viele Dienstleistungen der beteiligten Unternehmen und anderer Teilnehmer zugreifen. Dies ist ein weiteres Beispiel für digitale Plattformen, die unseren Kunden das Leben leichter machen. Weitere Informationen über die VERIMI-Plattform stehen unter verimi.com zur Verfügung.

Deutsche Asset Management

Die digitale Vision der Deutsche AM ist es, für Kunden und Partner ein Echtzeitumfeld zu schaffen. Es wurde eine Vielzahl von digitalen Initiativen gestartet, um Veränderung entlang der gesamten Wertschöpfungskette voranzutreiben. Dies beinhaltet unter anderem die Gewinnung neuer Kunden, eine maßgeschneiderte Investmentberatung, Analyse und Portfoliomanagement, die Abwicklungsabteilung, sowie Vertrieb und Kundendialog.

Im Juli 2017 nahm die Deutsche AM den ersten Partner auf ihrer WISE-Plattfrom (White-label Investment Software Engine) auf. Der Anlageroboter für die digitale Vermögensverwaltung bietet eine Lösung im Bereich diskretionäres Portfoliomanagement. Über die Plattform erhalten unsere Kunden und andere Marktteilnehmer Zugang zum gebündelten Wissen und den Analysen von mehr als 600 Fondsmanagern und Analysten bei der Deutschen AM. Dieses digitale Angebot ist ein papierloses System, das nicht nur den Papierverbrauch reduziert und den Koordinationsprozess vereinfacht, sondern auch das Potenzial hat, CO2-intensive Prozessschritte (wie Hausbesuche bei Endkunden oder die Identifizierung in Postfilialen) unnötig zu machen.

Unsere Mitarbeiter sind für den digitalen Umbau der Bank sehr wichtig. In unserem Deutsche AM Digital Club für Design Thinking konnten wir innovative Lösungen für unsere Kunden, Partner und Mitarbeiter entwickeln, testen und umsetzen – und dabei die digitalen Fähigkeiten unserer Mitarbeiter weiterentwickeln.

Wir wissen, dass die Digitalisierung auch neue Anforderungen an die Sicherheit mit sich bringt. Unsere Kunden erwarten zurecht, dass unsere Sicherheitsmaßnahmen stets auf dem neuesten Stand sind. Die Maßnahmen, die wir in dieser Hinsicht ergreifen, beschreiben wir im Abschnitt „Informationssicherheit“.