Deutsche Bank

Nichtfinanzieller Bericht 2017

Liebe Leserinnen und Leser,

als wir im März vergangenen Jahres unsere neuen strategischen Ziele verkündeten, haben uns unmissverständlich zu unseren Wurzeln bekannt – und unterstrichen, dass wir ein verantwortungsbewusster Unternehmensbürger sein wollen.

Deshalb begrüßen wir es, dass die nichtfinanzielle Berichterstattung nun bedeutender wird. Unsere Kunden, und hier insbesondere institutionelle, messen ihre Investitionen, Projekte und Anlageentscheidungen immer häufiger nicht nur an finanziellen, sondern auch an anderen Kriterien. Sie möchten wissen, ob und wie die Umwelt, die Menschen und die Gesellschaft davon betroffen sind. Wir begrüßen diese Entwicklung, und wir wollen unsere Kunden aktiv dabei unterstützen. Dazu gehört auch dieser Bericht, in dem wir Ihnen einen Überblick geben wollen, wie wir gesamtgesellschaftliche Fragen betrachten. Das umfasst alles, was vor allem in der Finanzwelt unter Environmental, Social und Governance oder kurz ESG zusammengefasst wird. Das steht für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung – Aspekte, die auch in den zehn Prinzipien des United Nations (UN) Global Compacts verankert sind, zu denen wir uns bekennen.

Im Jahr 2017 haben wir die Strukturen in unserer Bank ausgebaut, um ESG-Themen mehr Gewicht zu geben. Wir haben einen Nachhaltigkeitsrat geschaffen, der mit hochrangigen Führungskräften unserer Bank aus allen Geschäfts- und Infrastrukturbereichen besetzt ist. Die Aufgabe dieses Rates ist es, den Vorstand in ESG-Fragen zu beraten, Entscheidungsvorlagen zu entwickeln und über die Geschäftsbereiche hinweg zu koordinieren, was wir auf diesem Feld unternehmen wollen.

Schon jetzt haben wir einiges vorzuweisen. Unsere Vermögensverwaltung, die künftig weltweit unter dem Namen DWS firmiert, hat erstmals zu einem Nachhaltigkeitsgipfel nach Berlin eingeladen. Etwa 300 Teilnehmer haben darüber diskutiert, wie sich die Chancen aus verantwortungsvollen Kapitalanlagen nutzen lassen. Ich halte diese Diskussion für einen überfälligen, bedeutenden Fortschritt −20 Jahre, nach Auflage unseres ersten nachhaltigen Investmentfonds, den Microcredit Development Funds.

Wir wollen das Thema aber noch mehr in die Breite tragen, zumal sich auch unsere vermögenden Privatkunden immer stärker für das Thema ESG interessieren. So hat der zuständige Chef-Anlagestratege eine eigene Publikation veröffentlicht, die sich ausschließlich der nachhaltigen Kapitalanlage widmet: „Heute handeln, um unsere Zukunft zu sichern – ESG verstehen“. Unsere Unternehmens- und Investmentbank wiederum flankiert dieses Engagement: Sie setzt ihre Kooperation mit Arabesque fort, einem Spezialisten für nachhaltige Investitionen, um die steigende Nachfrage nach sozial verantwortungsvollen Anlagemöglichkeiten auch bedienen zu können.

Unser Engagement lässt sich indes nicht nur an Kooperationen, Publikationen und Veranstaltungen messen, sondern auch an konkreten Zahlen: Im vergangenen Jahr haben wir Projekte zur Förderung erneuerbarer Energien mit einem Volumen von rund 2,2 Mird. € arrangiert, die mehr als 3.800 MW erzeugen. Damit ist die Deutsche Bank in Europa weiterhin einer der Hauptfinanzierer von privatwirtschaftlichen Projekten, die erneuerbare Energien fördern.

Gleichzeitig erfüllen wir unsere Selbstverpflichtung im Bereich der Kohlefinanzierung. 2016 hatten wir angekündigt, das Finanzierungsvolumen bis 2020 um 20 % zu verringern. Dieses Ziel haben wir bereits 2017 erreicht und werden unser Engagement in diesem Sektor auch in Zukunft kritisch überprüfen. Vorstand und Nachhaltigkeitsrat werden sich weiterhin damit beschäftigen, wie die Bank den Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft begleiten kann.

2017 war auch ein Jahr, in dem die Anforderungen weiter gewachsen sind, wie unsere Unternehmenskunden Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigen müssen. Wir begrüßen das ausdrücklich, da dies auch den Dialog mit unseren Kunden erleichtert. Dabei helfen die umfassenden Diskussionen, die verschiedene Behörden und Regierungen zum Thema nachhaltiges Finanzwesen (Sustainable Finance) angestoßen haben. Es ist uns wichtig, dass wir uns in diese Prozesse aktiv einbringen, so zum Beispiel in Konsulationen zu den Empfehlungen der Expertengruppe zum Thema Sustainable Finance, die von der EU-Kommission ins Leben gerufen wurde, oder der Arbeitsgruppe zur Berichterstattung von Klimarisiken des Financial Stability Boards. Wir verfolgen diese Entwicklungen sehr genau und sind fest entschlossen, sie maßgeblich und aktiv mit zu gestalten. Das war auch der Grund, warum wir die Frankfurt Declaration unterzeichnet haben.

2017 haben wir auch die erste Erklärung zum UK Modern Slavery Act veröffentlicht. Das Gesetz soll sicherstellen, dass Finanzdienstleister mit ihren Geschäften Menschenhandel und Sklaverei nicht unterstützen und auffällige Transaktionen melden.

Wir sind überzeugt, dass wir mit unserem Engagement auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit als Bank und Vermögensverwalter etwas Positives bewirken können. Es ist deshalb auch Teil unserer neuen Markenkampagne #PositiverBeitrag, die wir 2017 zunächst intern gestartet haben. Weit mehr als 10.000 Mitarbeiter haben sich inzwischen mit ihren eigenen Beiträgen für die Gesellschaft, für unsere Kunden und für ihre Kollegen in unserer Bank beteiligt und diese im Intranet dokumentiert. Es sind viele faszinierende Geschichten, die uns im Vorstand und in der gesamten Bank motivieren. Sie machen uns allenbewusst, warum es sich lohnt, jeden Tag das Beste zu geben.

Unsere Kolleginnen und Kollegen weltweit leisten nicht nur für unsere Bank Herausragendes, sondern auch in den Gemeinden, in denen sie leben. So haben 22 % unserer Mitarbeiter im vergangenen Jahr soziale Projekte ehrenamtlich unterstützt. Besonders hervorheben möchte ich auch unsere Hilfe und Projekte für geflüchtete Menschen in Deutschland. In unserer Initiative 1000 Deutschbanker als Integrationspaten zählen wir bereits mehr als 600 Mitarbeiter, die geflüchteten Menschen helfen, sich in unserer Gesellschaft zurechtzufinden und heimisch zu werden.

Wir im Vorstand wollen außerdem für ein Umfeld sorgen, in dem Mitarbeiter nicht nur verantwortungsvoll handeln können, sondern auch die Freiheit haben, sich voll zu entfalten. Deshalb halte ich es für äußerst wichtig, dass wir in unserem Engagement für Vielfalt und Teilhabe nicht nachlassen. Das umfasst die Gleichberechtigung und Gleichbehandlung von Mitarbeitern mit Behinderungen. Außerdem legen wir viel Wert darauf, dass sich Menschen keinen Nachteilen wegen ihrer sexuellen Gesinnung ausgesetzt sehen. Hier können wir uns über einen besonderen Erfolg freuen: Die Kampagne der Menschenrechte (Human Rights Campaign) hat uns zum 15. Mal in Folge als einen der besten Arbeitgeber weltweit für LGBTI, also lesbische, schwule, bi-, trans- und intersexuelle Mitarbeiter, ausgezeichnet. Unsere Aktion dbPride setzt hier seit vielen Jahren Zeichen, auf die der gesamte Vorstand stolz ist.

Das alles sind Signale, die Mut machen. Darauf wollen wir aufsetzen. Wenn Sie sich intensiver damit beschäftigen möchten, wie wir Nachhaltigkeit und Verantwortung im Unternehmen leben, dann lade ich Sie herzlich ein, diesen Bericht zu lesen.

Ihr

John Cryan
Vorsitzender des Vorstands
Deutsche Bank AG