Deutsche Bank

Nichtfinanzieller Bericht 2017

Die Kunden kennen („Know Your Client“, KYC)

Unsere gruppenweite KYC-Richtlinie legt die Standards für die Steuerung unseres konzernweiten KYC-Ansatzes fest. Durch die Umsetzung der KYC-Richtlinie soll allen Anforderungen der nationalen und internationalen Gesetze und Regularien Rechnung getragen werden. Im Jahr 2017 hat die Bank ein neues KYC-Programm eingeführt, das für alle Länder gilt, in denen die Deutsche Bank tätig ist. Es legt einen besonderen Fokus auf Hochrisikokunden (wie zum Beispiel politisch exponierte Personen), fordert größere Verantwortung der Geschäftsbereiche ein, schafft eine klare Anleitung und bessere Anwendbarkeit und es fördert das Bewusstsein für die Risikobereitschaft der Bank. Die Postbank wendet ein an ihr Geschäftsmodell angepasstes KYC-Programm an.

Wir überprüfen unsere Kunden sorgfältig und gleichen die Ergebnisse regelmäßig mit interne und externe Kriterien ab. 2017 haben wir unser erweitertes Programm zur Prüfung von Kunden in der Bank ausgebaut. Wir erwarten uns dadurch Verbesserungen bezüglich der Effektivität und Effizienz unserer Verfahren, die die Grundlage für ein zukünftiges tägliches Kundenscreening bilden.

Das Ergebnis unserer Prüfung kann zur Folge haben, dass wir eine Kundenbeziehung ablehnen oder die betroffenen Konten, Transaktionen und genutzten Produkte besonders überwachen und kontrollieren. Bei einer verdächtigen Aktivität informieren wir die Behörden entsprechend den bestehenden rechtlichen und regulatorischen Bestimmungen.

KYC ist ein laufender Prozess von der Kundenannahme über den gesamten Lebenszyklus einer Kundenbeziehung. Wir müssen daher nicht nur unsere Kunden genau kennen, sondern auch die Art der Kundenbeziehung antizipieren. Unser Kundenannahmeprozess regelt die Eröffnung eines Kontos für potenzielle Kunden. Bevor dieser Prozess nicht vollständig beendet ist, führen wir keine Geld- oder Wertpapiertransfers durch und treffen auch keine verbindlichen Geschäftszusagen. Dies betrifft auch die Kontonutzung, Dienstleistungen oder Produktanbahnungen. Damit wir das Risiko aus einer Kundenbeziehung regelmäßig beurteilen können, sind unsere Geschäftsbereiche verpflichtet, Kundenüberprüfungen anzustoßen und gewissenhaft durchzuführen. Die Häufigkeit der Kontrollen richtet sich nach dem individuellen Kundenrisiko. Allgemein überprüfen wir Verbindungen mit Hochrisikokunden jährlich, Kunden im mittleren Risikosegment alle zwei Jahre und Kunden mit geringem Risikoniveau alle fünf Jahre.

Die Analyse und das Verständnis kundenbezogener Risiken der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Rahmenwerks für Financial Crime Risk Management, das zur Risikosteuerung Anwendung findet. Die Einteilung der Kunden in Risikogruppen dient der Durchführung einer entsprechenden Sorgfältigkeitsprüfung und Vervollständigung benötigter Kundeninformationen. Die Risikogruppen gewährleisten eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse aus der laufenden Überwachung der Kundenbeziehung und dem Erkennen von Auffälligkeiten.

Unser Risikoklassifizierungsmodell berücksichtigt folgende Aspekte jeder Kundenverbindung, um ein individuelles Kundenrisiko festzustellen: Länderrisiko, Branchenrisiko, Produktrisiko und das Risiko aus der jeweiligen Gesellschaftsform. Politisch exponierte Personen (PEP) oder Kundenverbindungen, deren wirtschaftlich Berechtigte zu den PEP zählen, ordnen wir automatisch der hohen Risikoklasse zu.