Deutsche Bank

Nichtfinanzieller Bericht 2017

Klimabedingte Transitionsrisiken

Transitionsrisiken werden primär durch Änderungen der Politik, der Technologie und des Marktumfelds getrieben, die notwendig sind, um einen Übergang in eine Wirtschaftsordnung mit geringerem Kohlendioxidausstoß zu ermöglichen. Diese Faktoren könnten zu höheren Kredit-, Markt- und Reputationsrisiken für die Deutsche Bank führen:

  • Politische Intervention zur Begrenzung von Geschäftsfeldern, die zum Klimawandel beitragen, (zum Beispiel CO2-Preis/-Steuer, Wechsel zu emissionsarmen Energiequellen, Förderung nachhaltiger Landwirtschaft) könnte in bestimmten Branchen einen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit und Wertminderung bei Anlagegütern verursachen, sofern traditionelle Geschäftsfelder obsolet werden.
  • Innovationen, die erforderlich sind um einen Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaftsordnung zu ermöglichen, werden Gewinner und Verlierer in den betroffenen Branchen hervorbringen.
  • Marktpreise von Rohstoffen und deren Volatilität sowie Produkte und Dienstleistungen könnten von einer Verschiebung von Nachfrage und Angebot infolge des veränderten politischen Umfelds betroffen sein.
  • Ein Scheitern bei der Neuausrichtung des Geschäfts an Klimarisiken könnte Reputationsrisiken und Schadenersatzansprüche von Regierungen und Anteilseignern nach sich ziehen.

Es besteht noch immer ein recht hohes Maß an Unsicherheit hinsichtlich wichtiger Parameter von Transitionsrisiken, zum Beispiel dem gesellschaftlichen Willen und der Fähigkeit, CO2-Emissionen zu senken, und insbesondere dem Zeitpunkt und der Schärfe von regulatorischen Maßnahmen. Eine zunehmende Visibilität – sowohl hinsichtlich erzielter Fortschritte in Richtung einer CO2-armen Wirtschaft als auch noch bestehender Defizite gegenüber den politischen Zielen – wird uns helfen, den Ansatz zur Steuerung klimabedingter Transitionsrisiken weiterzuentwickeln und unsere Portfolioallokation und die Risikobereitschaft zu überprüfen.

Steuerung von Kredit- und Marktrisiken

Im Rahmen der Bewertung neu auftretender Risiken hat die Deutsche Bank Industrien und Subsegmente identifiziert, die voraussichtlich am stärksten von klimabedingten Transitionsrisiken betroffen sein werden. Diese enthalten unter anderem:

  • Öl und Gas: Mittel- bis langfristig könnte es zu einem schrittweisen Rückgang der Ölnachfrage kommen.
  • Versorger werden wahrscheinlich den Wandel hin zu erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung fortsetzen.
  • Bergbau und Stahlindustrie werden ihre Kohleaktivität verringern und möglicherweise auch die CO2-Emissionen aus der Stahlproduktion reduzieren müssen.
  • Automobilindustrie: Fahrzeug- und Flottenverbrauch müssen voraussichtlich verringert und die Elektrifizierung vorangetrieben werden, was wiederum substanzielle Investitionen erfordert.
  • Transport: Technologien müssen möglicherweise angepasst und wenig effiziente Anlagegüter ersetzt werden.

Die Bank legt bestimmte Risikostrategien und Konzentrationsschwellen auf Branchenebene fest, sowohl beim Kredit- als auch beim Marktrisiko. Eine Komponente bei der Festlegung der Strategien ist eine interne Bewertung des Risikoprofils und der Zukunftsaussichten der jeweiligen Branche, die auch Umweltrisiken und klimabedingte Transitionsrisiken berücksichtigt. Wir überwachen zeitnah die Portfolios in Industrien oder Subsegmenten mit einem erhöhten Risikoprofil.

Das Risikoprofil und die Zukunftsaussichten der jeweiligen Branche werden auch bei der internen Bewertung der Ausfallwahrscheinlichkeit einzelner Kunden oder Kontrahenten, dem sogenannten Counterparty Probability of Default Rating (CPD Rating) berücksichtigt, das wiederum eine entscheidende Rolle bei der Festlegung der Risikobereitschaft spielt.

Daneben können Innovationen und Veränderungen im regulatorischen Umfeld mittel- bis langfristig tiefgreifende Auswirkungen auf Rohstoffpreise und deren Schwankungen haben. Wir führen regelmäßig sogenannte Stresstests für unsere Handelsbestände unter verschiedenen Szenarien durch, wobei ein Einbruch von Rohstoffpreisen Bestandteil der makroökonomischen Szenarien ist. Damit stellt die Bank sicher, dass das Risiko aus Preis- und Kursrückgängen beherrschbar bleibt. Tatsächlich weist unsere Gewinn- und Verlustrechnung des Handelsbereichs keine materielle Anfälligkeit gegenüber Preisschwankungen von Rohstoffen aus.

Steuerung von Reputationsrisiken

Wachsende Bedenken von Anteilseignern und negative Rückmeldungen von Interessengruppen hinsichtlich der Auswirkungen unserer Aktivität auf Gesellschaft und Umwelt, inklusive des Klimaschutzes, könnten sich negativ auf unsere Reputation auswirken.

Unser Rahmenwerk zum Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken ist integraler Bestandteil des Rahmenwerks für Reputationsrisiken der Bank. Es definiert einheitliche Standards für die Identifikation, Bewertung und Steuerung von Reputationsrisiken. Es umfasst die Regelungen und Kontrollen sowie Empfehlungen und Abläufe zur Entscheidungsfindung, um Reputationsrisiken aus neuen Transaktionen, an denen sich die Deutsche Bank beteiligen könnte, zu reduzieren.