Deutsche Bank

Nichtfinanzieller Bericht 2017

Menschenrechte

Im Einklang mit unseren Nachhaltigkeitsleitprinzipien ist die Achtung der Menschenrechte ein wichtiger Bestandteil unserer unternehmerischen Verantwortung. Eine zuverlässige Berücksichtigung dieses Themas bei unseren Kundentransaktionen sowie bei unseren Mitarbeitern, Lieferanten und Dienstleistern erfordert, dass wir uns an internationalen Rahmenwerken und Grundsätzen bewährter Praktiken orientieren.

Unsere Erklärung zu Menschenrechten und unser ES-Risikorahmenwerk, die von einem Unterkomitee des Vorstands genehmigt wurden, legen dar, wie wir diese freiwilligen Leitlinien in unserem Tagesgeschäft in die Praxis umsetzen.

Ziele und Maßnahmen

2017 setzten wir uns folgende Ziele, die wir auch 2018 weiter verfolgen werden:

  • die Verbesserung unseres Ansatzes zur Bekämpfung der modernen Sklaverei und des Menschenhandels (Ausrichtung auf den UK Modern Slavery Act)
  • die Achtung der Menschenrechte bei allen unseren Kundentransaktionen und bei der Interaktion mit unseren Mitarbeitern, Lieferanten und Dienstleistern
  • die regelmäßige Überprüfung unserer internen Richtlinien und Prozesse zur Erfüllung unserer Selbstverpflichtung beim Thema Menschenrechte.

Moderne Sklaverei und Menschenhandel

2016 gründeten wir eine Arbeitsgruppe, um die Auswirkungen des UK Modern Slavery Act zu analysieren und um in diesem Zusammenhang unseren Ansatz zur Bekämpfung von moderner Sklaverei und Menschenhandel zu prüfen.

2017 veröffentlichten wir auf der Grundlage der Arbeit der Gruppe eine Erklärung zu Sklaverei und Menschenhandel, die den Anforderungen des UK Modern Slavery Act entsprach und von Vertretern unseres Vorstands unterzeichnet wurde.

Darüber hinaus wurden nach Gesprächen mit internen und externen Interessengruppen die folgenden Maßnahmen vereinbart, die derzeit umgesetzt werden:

  • die Einbeziehung des Themas moderne Sklaverei und Menschenhandel in unsere
    • Whistleblowing-Richtlinie;
    • Handbücher für neue Mitarbeiter;
    • Rahmenverträge mit Lieferanten und Dienstleistern.
  • die Aktualisierung unserer Beschwerdemanagement-Standards durch die Einbeziehung von Informationen über Menschenrechtsfragen
  • die Einbindung spezifischer ES-Kriterien, darunter auch zu moderner Sklaverei und Menschenhandel, in einen neuen Zertifizierungsprozess für neue Dienstleister und Lieferanten, der 2018 implementiert wird;
  • die Aktualisierung unserer Nachhaltigkeitsgrundsätze und des Verhaltens- und Ethikkodexes.

Die Arbeitsgruppe wird ihre Aktivität 2018 fortsetzen.

Kundentransaktionen

Um zu verhindern, dass unsere geschäftliche Aktivität schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen nach sich zieht, haben wir weiterhin Kundentransaktionen in kritischen Sektoren im Rahmen unseres ES-Risikomanagementansatzes auf ES-Risiken überprüft. Da innerhalb einer Transaktion mehrere Faktoren zu Menschenrechtsrisiken führen können und mehrere Themen, darunter auch ökologische Risiken, eine verpflichtende Prüfung durch unser Nachhaltigkeitsteam erfordern können, legen wir nicht separat dar, wie viele Transaktionen mit Blick auf Menschenrechtsrisiken beurteilt wurden. Diese Einschätzungen sind Teil unserer übergeordneten ES-Risikoanalysen, bei denen im Jahr 2017 insgesamt 595 Kunden und Transaktionen überprüft wurden.

Lieferanten und Dienstleister zertifizieren

Wir wollen sicherstellen, dass unsere Lieferanten und Dienstleister nicht in Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind und Prozesse etabliert haben, die gewährleisten, dass sie die Menschenrechte achten. Wir führen derzeit einen breiter angelegten neuen Prozess zur Zertifizierung von Lieferanten und Dienstleistern ein, der auch Menschenrechtsaspekte berücksichtigt.

Bei neuen wie auch bei bestehenden Lieferanten und Dienstleistern wollen wir detailliert analysieren, inwieweit sie Menschenrechte beeinträchtigen könnten. Im Jahr 2017 haben wir bereits 123 bestehende Lieferanten und Dienstleister analysiert. Dabei haben wir dieselben Kriterien angewendet, nach denen wir ab 2018 neue Lieferanten und Dienstleister beurteilen werden. Bei denen, die die Kriterien für eine notwendige Überprüfung erfüllten (da ihr Geschäftszweck oder die Länder, in denen sie geschäftlich aktiv sind, als kritisch in Bezug auf die Achtung von Menschenrechten eingestuft wurden), stellten wir fest, dass sie alle über adäquate Richtlinien und Prozesse verfügten. Die Überprüfung wird 2018 fortgesetzt, ungefähr 300 weitere bestehende Lieferanten und Dienstleister, die die Kriterien für eine notwendige Überprüfung erfüllen, müssen noch analysiert werden.

Fortschritte überwachen

Das Thema Menschenrechte ist äußerst komplex und erfordert, dass wir unsere Kenntnisse kontinuierlich erweitern und unsere Analyseprozesse fortlaufend überprüfen, um unserer Selbstverpflichtung zur Achtung von Menschenrechten gerecht zu werden. Zudem wollen wir überall in der Bank auch das Bewusstsein für Menschenrechtsfragen schärfen. 2017 schulten wir im Rahmen unserer ES-Risikoschulungen 900 Mitarbeiter in Menschenrechtsfragen. 2018 werden wir für alle Mitarbeiter einen allgemeinen Kurs zu Menschenrechtsfragen entwickeln. Außerdem werden wir für Mitarbeiter aus dem Einkauf spezifische maßgeschneiderte Schulungen ausarbeiten.

Wir müssen unsere Richtlinien und Verfahren regelmäßig aktiv überprüfen und die Rückmeldung unserer Interessengruppen analysieren, um sicherzustellen, dass diese immer den neuesten Erkenntnissen und Entwicklungen entsprechen.

So baten wir im Jahr 2017 NROs um ihre Stellungnahmen zu unserem ES-Risikorahmenwerk, einschließlich unseres Ansatzes für die Achtung der Menschenrechte. Diese Informationen werden 2018 in die Aktualisierung des Rahmenwerks einfließen.

Wir bringen uns nach wie vor aktiv in die Gespräche über die formelle Auslegung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte im Finanzsektor ein. Dies geschieht vorrangig über unsere Mitarbeit in der Thun-Gruppe.

2017 organisierte die Thun-Gruppe im Rahmen ihrer Jahresversammlung einen offenen und konstruktiven Dialog über Menschenrechte. Zu den Teilnehmern gehörten beispielsweise Vertreter der UN-Arbeitsgruppe für Wirtschaft und Menschenrechte, des Büros des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), aber auch von Banken, Regierungsorganisationen sowie von der Zivilgesellschaft und von Anwaltskanzleien und Beratungsunternehmen. Ein zentrales Thema war das von der Thun-Gruppe im Jahr 2017 veröffentlichte Diskussionspapier zu den Auswirkungen der UN-Leitprinzipien 13 und 17 im Kontext des Unternehmens- und Investmentbankings.

Die fortbestehenden begrifflichen und rechtlichen Fragen zur Umsetzung der UN-Leitlinien sowie die unterschiedlichen Herangehensweisen stellen nach wie vor eine Herausforderung dar. In den Debatten zeigte sich, dass bei den Definitionen und Auswirkungen des Konzepts „verursachen, dazu beitragen und unmittelbar verbunden sein“ und seiner Bedeutung im Kontext des Unternehmens- und Investmentbankings und darüber hinaus noch großer Klärungsbedarf besteht. Die Deutsche Bank will sich auch in Zukunft aktiv in diese Debatte einbringen.